Ich habe Assassin's Creed - Origins im Dezember 2025 inklusive aller verfügbaren DLCs für unter 10 EUR auf Steam erworben. Mein letzter Kontakt mit der Spieleserie war Assassin's Creed 2 aus dem Jahre 2009. Die Assassinen-Hintergrundgeschichte und die Ubisoft-typische Open World mit endlos vielen zu erledigenden Aufgaben haben mich nie besonders interessiert und so geriet die Serie bei mir in Vergessenheit. Dank des günstigen Angebots im letzten Sale auf Steam wollte ich Assassin's Creed allerdings noch einmal eine Chance geben. Assassin's Creed - Origins habe ich dann in ca. 85 Stunden komplett durchgespielt und dabei auch 100% der Achievements freigeschaltet. Der folgende Text spiegelt meine Eindrücke zu dem Spiel wider und beantwortet auch die Frage, ob ich Assassin's Creed - Origins weiterempfehle. Handlung Stellt euch vor, ihr steht inmitten der endlosen, goldenen Dünen Ägyptens, während die heiße Wüstensonne auf euren Nacken brennt und der Wind den feinen Sand gegen eure Rüstung peitscht. In Assassin's Creed - Origins werdet ihr nicht einfach nur Zeugen einer Geschichte; ihr werdet Teil des monumentalen Umbruchs einer ganzen Zivilisation am Ende der Ptolemäerzeit um 49 v. Chr. Ihr schlüpft in die Haut von Bayek von Siwa, einem Medjay, der als traditioneller Beschützer seines Volkes tief in der ägyptischen Kultur verwurzelt ist. Doch eure Reise beginnt nicht mit Ehre oder Pflichtgefühl, sondern mit einem tiefen, alles verzehrenden Schmerz: Dem Verlust eures Sohnes Khemu, der durch die Hände einer mysteriösen Gruppe maskierter Männer sterben musste. Gemeinsam mit eurer Frau Aya, einer ebenso fähigen wie entschlossenen Kriegerin, begebt ihr euch auf einen gnadenlosen Rachefeldzug, der euch von der Oase Siwa bis in das prächtige Alexandria und das geschäftige Memphis führt. Während ihr die Verantwortlichen jagt, erkennt ihr schnell, dass hinter dem Mord an eurem Sohn weitaus größere Mächte stecken. Ihr deckt die Existenz des Ordens der Ältesten auf – eine geheime Organisation, die nach absoluter Kontrolle strebt und den jungen Pharao Ptolemaios XIII. wie eine Marionette benutzt. Diese Gruppe bildet die ideologische Vorstufe dessen, was ihr aus späteren Teilen der Serie als den Templerorden kennt. Ihr werdet direkt in die politischen Intrigen der Epoche hineingezogen und müsst euch entscheiden, wem ihr euer Vertrauen schenkt. Ihr geht ein fragiles Bündnis mit der verbannten Königin Kleopatra ein, die versucht, ihren Thron von ihrem Bruder zurückzuerobern. An ihrer Seite erlebt ihr den Einfluss des aufstrebenden Römischen Reiches und begegnet historischen Schwergewichten wie Julius Cäsar. Doch während ihr für Kleopatra kämpft, müsst ihr schmerzlich feststellen, dass politische Loyalitäten oft flüchtig sind und Machtmenschen am Ende meist nur ihren eigenen Ambitionen folgen. Dieser Verrat und die Erkenntnis, dass der Orden der Ältesten eine Bedrohung für die Freiheit der gesamten Menschheit darstellt, führen zu einem historischen Wendepunkt: Ihr legt den Grundstein für die Bruderschaft der "Verborgenen", die erste Inkarnation der Assassinen. Ihr seid es, die das berühmte Credo definieren und lernen, dass man im Schatten arbeiten muss, um dem Licht zu dienen. Sogar das ikonische Logo der Assassinen findet hier seinen Ursprung, als ein symbolischer Abdruck im Sand. Die persönliche Tragödie von Bayek und Aya wandelt sich in eine globale Ideologie des Widerstands gegen die Unterdrückung. Parallel zu diesen antiken Ereignissen findet ihr euch in der Gegenwart wieder, wo ihr die junge Forscherin Layla Hassan steuert. Sie hat einen modifizierten Animus entwickelt, der es ihr erlaubt, die Erinnerungen von Bayek und Aya zu durchleben, ohne direkt von Abstergo Industries autorisiert zu sein. Während ihr tief in die Vergangenheit eintaucht, müsst ihr in der realen Welt Laylas Versteck vor den Agenten von Abstergo verteidigen und begreifen, dass der uralte Konflikt zwischen Freiheit und Kontrolle niemals wirklich geendet hat. Am Ende dieser epischen Reise steht für euch die bittere, aber notwendige Entscheidung von Bayek und Aya, ihre Ehe zu opfern, um sich vollkommen ihrer neuen Bestimmung als Beschützer der Menschheit zu widmen. Während Bayek die Bruderschaft in Ägypten festigt, reist Aya als Amunet nach Rom, um den Kampf gegen die Tyrannei direkt in das Herz des Imperiums zu tragen. Ihr habt nicht nur die Ursprünge eines Ordens erlebt, sondern seid selbst zum Architekten einer Legende geworden, die Jahrtausende überdauern wird. 3 Dinge, die mir nicht gefallen haben Assassin's Creed - Origins ist ein typisches Ubisoft-Open-World-Spiel, in dem es darum geht, unzählige Aufgaben auf der gesamten Karte zu erledigen. Spätestens nach 20 Spielstunden hat man jedoch alle Varianten dieser Aufgaben gesehen, egal ob es darum geht, ein Banditenlager zu infiltrieren, eine vermisste Person zu retten oder jemandem bestimmte Materialien zu bringen. Die Aufgabenmasse zeugt also keinesfalls von Abwechslung. Problematisch ist, dass die ganzen Aufgaben nicht optional sind. Selbst wenn man lediglich der Hauptstory folgen möchte, muss man diverse Nebenaufgaben absolvieren, um über ausreichend gewonnene Erfahrungspunkte das erforderliche Level für ein Weiterkommen zu erreichen. Jede Mission erfordert eine gewisse Stufe eures Protagonisten. Gegner, die 3-4 Level über eurer Stufe liegen, lassen sich kaum noch besiegen. Eure Angriffe verursachen schlicht kaum Schaden und umgekehrt überlebt ihr bereits wenige gegnerische Treffer nicht. Assassin's Creed - Origins bremst euch also künstlich aus. Es fühlt sich an, als würdet ihr andauernd gegen eine unsichtbare Mauer rennen, solange ihr nicht fleißig die immergleichen Nebenaufgaben erledigt, um im Level aufzusteigen. Ebenfalls störend sind die gelegentlichen Bosskämpfe. Hierbei handelt es sich um Begegnungen mit besonders starken Widersachern, die dank enorm vieler Lebenspunkte selbst dann nicht sofort besiegt werden können, wenn ihr euch mit eurem Charakter mehrere Level oberhalb der gegnerischen Stufe bewegt. Neben Kriegselefanten waren die Götter im Jenseits besonders nervig, denen ihr im späteren Spielverlauf begegnet und die ihr in einer Arena bekämpft. Hier hieß es die gegnerischen Bewegungsmuster auswendig zu lernen und dann oftmals 15-20 Minuten lang die immergleiche Abfolge aus Angriff und Ausweichen durchzuführen, bis der Boss endlich erledigt war. Die Herausforderung hielt sich in Grenzen, das Ganze war eher nervig. Abseits der spielerischen Mechaniken war schließlich aber auch die Story enttäuschend. Das Ägypten-Setting und auch der Assassinen-Hintergrund hätten viel Raum für eine spannende Geschichte geboten. Stattdessen verlieren sich die Handlungsstränge in der Belanglosigkeit, sodass man schnell das Interesse an den Charakteren und ihrer Vergangenheit verliert. Es gibt auch keine Entscheidungen, die man als Spieler treffen könnte. Die Geschichte verläuft streng linear und ohne Überraschungen. 3 Dinge, die mir gefallen haben Auf der Habenseite verbucht Assassin's Creed - Origins zunächst ganz klar die Spielwelt. Das Ägypten-Setting ist unverbraucht und die Welt wurde liebevoll mit vielen Details zum Leben erweckt. Die Grafik ist selbst 2026 noch sehr gut, die Charaktere bewegen sich flüssig und scheinen einem Tagesablauf zu folgen, jede Region, die ihr im Spiel neu entdeckt, sieht leicht unterschiedlich aus und ihr erkundet viele Sehenswürdigkeiten, die man typischerweise mit dem antiken Ägypten verbindet (die Pyramiden, die Sphinx, diverse Grabkammern, Tempel und so weiter). Das motiviert zum Erkunden und Weiterspielen, ganz unabhängig von der in meinen Augen schwachen Hauptstory. Unerwartet interessant waren auch die sogenannten Entdeckungstouren. Hierbei handelt es sich um einen separat ansteuerbaren Punkt im Hauptmenü von Assassin's Creed - Origins, über den ihr – völlig losgelöst vom eigentlichen Spiel – diverse Schauplätze in der Welt des Spiels besuchen und euch in mehreren virtuellen Rundgängen von einem Sprecher Informationen rund um die Entwicklung des Spiels und historische Details über Ägypten und die damaligen Lebensumstände erklären lassen könnt. Ich empfehle, die Entdeckungstouren nach ca. 20 Spielstunden immer mal wieder neben eurem regulären Spielfortschritt einzustreuen, da ihr so einen ganz anderen Blickwinkel auf Assassin's Creed - Origins erhaltet und der weitere Spielverlauf dadurch interessanter wird, dass euch künftig Details auffallen werden, die die Entwickler in das Spiel eingebaut haben, und die ihr andernfalls womöglich gar nicht wahrnehmen würdet. Positiv hervorzuheben ist schließlich auch das Kampfsystem. Nach kurzer Eingewöhnungszeit gelingen treffsichere Abfolgen und Kombinationen aus Zuschlagen, Ausweichen und erneut Angreifen sehr gut, sodass sich die Kämpfe flüssig anfühlen. Unterschiedliche Waffentypen – Assassin's Creed - Origins bietet Schwerter, Keulen, Speere, Bögen und ähnliches typisches Gerät – fordern leicht verschiedene Vorgehensweisen, um maximal wirksam zu sein. Wer besser kombiniert, blockt und sich im Kampf bewegt, erlangt schnellere, effektivere Erfolge. Insoweit spielt in einem gewissen Umfang auch Können in die Kämpfe hinein. Das motiviert und unterhält über weite Teile des Spiels hinweg. Fazit Ist Assassin's Creed - Origins also nun ein empfehlenswertes Spiel? Für Freunde der Ubisoft-typischen Open-World-Spiele, in denen es endlos viele Aufgaben zu erledigen gibt, und ganz allgemein für Fans der Assassin's-Creed-Serie ganz sicher. Aber selbst für mich, der ich in Spielen grundsätzlich immer einen großen Wert auf eine abwechslungs- und wendungsreiche Story lege und aufgezwungene langatmige Bosskämpfe nervig und nicht herausfordernd finde, ist der Titel alles in allem eine positive Erfahrung gewesen. Das Ägyptenszenario und die hübsche lebendige Spielwelt gleicht für mich viele spielerische Schwächen aus und hat wesentlich dazu beigetragen, dass ich Assassin's Creed - Origins komplett durchgespielt habe. Von meinen ca. 85 Stunden Spielzeit hatte ich bestimmt 40-50 Stunden lang Spaß, bevor der Einsatz der restlichen Zeit nur noch dem vollständigen Abschluss aller Aufgaben im Spiel diente – in meinen Augen ist das ein guter Wert. Wer Assassin's Creed - Origins dann auch noch in einem Sale günstig erwirbt, erhält viel Spielzeit für sein Geld. In einer Art Spielspaßwertung ausgedrückt sieht meine Einschätzung wie folgt aus: 7 von 10 Punkte
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Alex · Montag um 23:48 1 Tag