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Nobody Wants to Die

Stellt euch vor, ihr wandelt durch die verregneten neonfarbenen Straßenschluchten eines New Yorks, das ihr so noch nie gesehen habt. Wir schreiben das Jahr 2329. Die Menschheit hat das Unmögliche geschafft: Sie hat den Tod besiegt – zumindest theoretisch. In dieser dystopischen Welt von Nobody Wants to Die ist das Bewusstsein nichts weiter als ein Datensatz, der auf einem Gerät namens "Icorite" gespeichert und von einem Körper in den nächsten übertragen werden kann. Doch Unsterblichkeit ist kein Geburtsrecht, sondern ein teures Abonnement. Wer seine Gebühren nicht zahlt, verliert seinen Körper an die Elite und landet in einer riesigen digitalen Datenbank, der "Bank".

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Ein Detektiv zwischen den Welten

Ihr schlüpft in die Rolle von James Karra, einem Ermittler des "Mortality Departments", der bereits in seinem vierten Körper steckt und mehr als hundert Jahre Lebenserfahrung – und Traumata – mit sich herumschleppt. James ist ein Mann, der von den Geistern seiner Vergangenheit heimgesucht wird, insbesondere von der Erinnerung an seine verstorbene Frau Rachel. Sein Leben ist gezeichnet von Alkohol, Zynismus und einem schweren Unfall, der ihn fast den Job gekostet hätte.

Die Geschichte nimmt Fahrt auf, als James von seinem Vorgesetzten auf einen inoffiziellen Fall angesetzt wird: Der rätselhafte Tod von Edward Green, einem der mächtigsten Männer der Stadt. Was wie ein Unfall aussehen soll, entpuppt sich schnell als das Werk eines Serienkillers, der es auf die Elite abgesehen hat. Das Besondere dabei? Die Opfer sterben endgültig, da ihr Icorite zerstört wird. In einer Welt ohne Abschied ist ein permanenter Mord das ultimative Verbrechen.

Technologie und Vertrauen

ingame_nwtd_6.jpgAn eurer Seite – oder besser gesagt, in eurem Ohr – habt ihr die junge Verbindungsoffizierin Sara Kai. Während ihr durch prachtvolle Penthouses und heruntergekommene Slums navigiert, entwickelt sich zwischen dem abgebrühten James und der idealistischen Sara eine komplexe Beziehung. Gemeinsam nutzt ihr futuristische Werkzeuge wie den "Rekonstruktor", mit dem ihr die Zeit an Tatorten manipulieren könnt, um vergangene Ereignisse wie ein Hologramm wieder auferstehen zu lassen.

Ihr müsst Beweise sammeln, Indizien kombinieren und in James' Wohnung an einer Pinwand zu logischen Schlussfolgerungen zusammenfügen. Doch hütet euch: Eure Entscheidungen in den Dialogen und bei der Beweissicherung haben echtes Gewicht. Sie beeinflussen nicht nur den Ausgang der Ermittlungen, sondern auch das Schicksal der Charaktere.

Der Abgrund der Unsterblichkeit

Je tiefer ihr grabt, desto mehr erkennt ihr, dass der Killer nicht nur aus reiner Mordlust handelt. Es geht um eine Verschwörung, die die Grundfesten dieser Gesellschaft erschüttert. Ihr stoßt auf das "Desynchronisationssyndrom", eine schleichende Krankheit, die jeden ereilt, der zu lange lebt. Die Jagd führt euch zu schockierenden Wahrheiten über die Erschaffung der Icorite-Technologie und die dunklen Geheimnisse hinter der ewigen Jugend der Reichen.

Am Ende steht ihr vor der Frage, was es wirklich bedeutet, menschlich zu sein, wenn der Körper nur noch eine austauschbare Hülle ist. Die verschiedenen Enden des Spiels konfrontieren euch mit der harten Realität: Ob James Erlösung findet oder in einer ewigen Gefangenschaft aus Schuldgefühlen und Technologie endet, liegt ganz in euren Händen.

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Ein lohnender Ausflug in eine düstere Zukunft?

Nobody Wants to Die ist ein kompaktes Spiel, für einen Durchgang braucht ihr ca. 5-6 Stunden. Das war für mich – neben dem interessanten Szenario – ein wesentlicher Grund, dem Spiel überhaupt eine Chance zu geben, denn ich habe es schon zu häufig erlebt, dass sich gerade storylastige Spiele ewig hinziehen, um dem Käufer einen (vermeintlich) hohen Gegenwert für sein Geld zu bieten. Doch unter den unnötigen Längen leiden häufig der Fluss und die Qualität der Geschichte. Gelingt es Nobody Wants to Die also, packendes Gameplay mit einer spannenden Story zu verbinden? Das kommt wesentlich darauf an, welche Erwartungen ihr an das Spiel habt.

ingame_nwtd_1.jpgDas Spiel macht optisch Einiges her. Die Schauplätze sind detailliert gestaltet, stimmungsvoll ausgeleuchtet und die dystopische Zukunftswelt erscheint äußerst überzeugend. Die finsteren Häuserschluchten, die so tief sind, dass die Sonne keine Chance mehr hat, den Boden zu erreichen, der endlose Verkehr auf verschiedenen Ebenen, die Einsamkeit und die Anonymität in dieser dunklen, rauen Stadt kommen sehr gut rüber. Allein wegen der Optik hat es schon sehr großen Spaß gemacht, die Schauplätze im Spiel zu erkunden.

Auch die Story weiß zu begeistern. Wer das bekannte Narrativ von „Die da oben gegen die da unten“ und zahlreiche Andeutungen auf dem Weg zum Finale und zur großen Auflösung mag, wird hier gut bedient, auch wenn die Handlung insgesamt durchaus vorhersehbar verläuft. Und was das eigentliche Spielprinzip anbelangt, so folgt Nobody Wants to Die typischen Adventure-Standards. Es gibt viel zu Klicken, z.B. um Gegenstände in der Welt zu finden und anzuschauen, hier und da sind kleinere Rätsel zu lösen und ganz generell stehen die Erkundung der Welt und die Dialoge im Vordergrund.

Und trotz all diesen positiven Aspekten ist Nobody Wants to Die in meinen Augen dennoch nur ein durchschnittliches Spiel. Sofort zu Beginn hat mich die fehlende Bewegungsfreiheit gestört. Die Welt ist optisch toll, aber ihr könnt euch nur sehr begrenzt in der Umgebung bewegen. Der Erkundungsdrang wird dadurch in allen Leveln permanent begrenzt. Zudem sind alle Schauplätze war sehr detailliert gestaltet, aber ziemlich leblos. Obwohl ihr euch in einer Metropole befindet, begegnet ihr kaum Menschen.

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Der Verlauf der Story streng linerar. Alles, was ihr erlebt, ist genauestens vorgegeben. Es gibt quasi nichts abseits der Hauptstory zu entdecken, von ein paar wenigen Rätseln für ein paar Achievements einmal abgesehen. In Dialogen habt ihr zumeist mehrere Antwortmöglichkeiten, aber die Auswirkungen beschränken sich darauf, dass euch in künftigen Gesprächen mehr oder weniger Reaktionen zur Verfügung stehen. Die eigentliche Story ändert sich dadurch nicht. Zum Schluss erwarten euch zwar zwei unterschiedliche Enden, ein positiveres und ein negativeres. Beide sind jedoch gegeneinander austauschbar. Sämtliche Rätsel sind anspruchslos, die Lösung liegt zumeist auf der Hand.

Für wen lohnt sich Nobody Wants to Die also? Wer für das Szenario etwas übrig hat und ansonsten lediglich eine Art interaktiven Film spielen möchte, der wird für 5-6 Stunden gut unterhalten. Im Sale für wenige EUR gekauft, sollte man dem Spiel unbedingt eine Chance geben. Fallen diese Positivpunkte jedoch nicht stark ins Gewicht, bleibt ein kurzer Ausflug in eine Welt, in der man permanent das Gefühl hat, das es so viel mehr zu erzählen und zu entdecken gäbe.

Wertung: 4 von 10 Punkte

User Feedback

Recommended Comments

Trumpico

Registriert

klingt aber eigentlich ziemlich nice. ich mag das szenario, sieht wie bladerunner aus.

palatino

Registriert

ich mag keine klickadventures...

Am 11.4.2026 um 10:36 hat palatino geschrieben:

ich mag keine klickadventures...

Was ist denn ein „Klickadventure“?

palatino

Registriert
Am 15.4.2026 um 16:37 hat Alex geschrieben:

Was ist denn ein „Klickadventure“?

na diese spiele nach dem alten schema, dass man einen raum betritt und dann alles absuchen (anklicken) muss, um die wichtigen dinge zu finden. das ist so statisch und voll aus den neunzigern, da fehlt mir die action.

Meinst du diese "Standbilder", die es in Adventures gibt bzw. früher viel gab? Nein, das findest du hier nicht. In Nobody Wants to Die bewegst du dich in 3D durch eine 3D-Welt. Natürlich musst du darin nach Objekten und Hinweisen suchen, aber mit den Adventures aus den 90ern hat das nichts gemein. Action gibt es hier allerdings nicht, das hier ist ein Detektivspiel, kein Shooter.

palatino

Registriert

danke für die erklärung. was spielst du eigentlich als nächstes? ich mag den nächsten tipp lesen. 😊

Am 25.5.2026 um 10:56 hat palatino geschrieben:

danke für die erklärung. was spielst du eigentlich als nächstes? ich mag den nächsten tipp lesen. 😊

Bislang kann ich dir höchstens einen Tipp geben, um welches Spiel es sich handeln könnte... Willst du raten? 😄 Also: Man kann je nach Spielweise mehr oder weniger Zeit als in all den zuletzt vorgestellten Titeln in dem Spiel verbringen, weil es verdammt viel Tiefe hat.

palatino

Registriert

puh, das ist schwierig. das klingt erstmal nach einem rpg mit open world...

Franjo

Registriert

Eine kleine zusätzliche Hilfe würde das Raten vielleicht etwas leichter machen? 🦉

2 Stunden her hat Franjo geschrieben:

Eine kleine zusätzliche Hilfe würde das Raten vielleicht etwas leichter machen? 🦉

Das ist gar nicht so einfach, ohne den Titel direkt zu verraten. Aber ich versuch's mal, indem ich an den Beitrag von @palatino anknüpfe:

8 Stunden her hat palatino geschrieben:

puh, das ist schwierig. das klingt erstmal nach einem rpg mit open world...

Eine deiner Annahmen ist richtig, die andere ist falsch. Hinzu kommt: Das Spiel hat einen Tag-/Nachtwechsel und man muss regelmäßig viele Höhenmeter überwinden.

Franjo

Registriert

Danke für den kleinen Hinweis.
Ich rate mal ins Blaue, ist das vielleicht ein Survival-Kletterspiel?

palatino

Registriert
Am 3.6.2026 um 20:22 hat Alex geschrieben:

Eine deiner Annahmen ist richtig, die andere ist falsch. Hinzu kommt: Das Spiel hat einen Tag-/Nachtwechsel und man muss regelmäßig viele Höhenmeter überwinden.

dann tippe ich mal auf ein rpg, die haben ja fast alle einen tagnachtwechsel. aber wenn man viel klettern muss, dann scheint es einen fokus aufs erkunden zu haben. wie alt ist das spiel denn? wenn es etwas moderner ist, könnte es vielleicht enshrouded sein? 😊

Hm, interessant, in welche Richtung die Vermutungen bislang gehen. Na dann versuche ich mal noch ein paar weitere Hinweise zu geben, ohne den Titel direkt zu verraten.

Bisherige Hinweise:

  • Man kann je nach Spielweise mehr oder weniger Zeit als in all den zuletzt vorgestellten Titeln in dem Spiel verbringen, weil es verdammt viel Tiefe hat.

  • [RPG, Open World] Eine deiner Annahmen ist richtig, die andere ist falsch. Hinzu kommt: Das Spiel hat einen Tag-/Nachtwechsel und man muss regelmäßig viele Höhenmeter überwinden.

Neu:

Am 3.6.2026 um 22:06 hat Franjo geschrieben:

ist das vielleicht ein Survival-Kletterspiel?

Manchmal geht's rauf, häufig geht's runter. Doch niemals mit Kletterhaken und Seil, sondern mit anderen Werkzeugen. Waffen sind jedoch kaum darunter vorzufinden, der Kampf steht nicht im Vordergrund.

Am 5.6.2026 um 10:25 hat palatino geschrieben:

wie alt ist das spiel denn? wenn es etwas moderner ist, könnte es vielleicht enshrouded sein?

Das Spiel ist rund 8 Jahre alt. Manche würden argumentieren, es sei sogar noch etwas älter.

Franjo

Registriert

Wenn es im Wasser gespielt wird würde ich an Subnautica denken.
An Land wäre allerdings die Richtung Grow Up.

Alles nur geraten. 🙈

Am 7.6.2026 um 11:25 hat Franjo geschrieben:

Wenn es im Wasser gespielt wird würde ich an Subnautica denken.

Sehr gut geraten, das ist es. 😉 Allerdings der erste Teil, nicht das aktuell im Early Access erschienene Subnautica 2. Ein wirklich spezielles Spiel mit einer einzigartigen Erfahrung.

Franjo

Registriert

Hurra! Zehn Punkte und einen Kasten Maggi gewonnen. 🎆Scherz beiseite, gewusst habe ich es nicht.

Bei Steam habe ich mir das Spiel angeschaut. Sieht gut aus, gefällt mir. Im Moment noch ein bisschen zu teuer, aber leider wieder keine deutsche Vertonung. Wenn das Spiel in Deutschland verkauft werden soll, sollte auch eine deutsche Vertonung dabei sein. So viel teurer kann das nicht werden. Mittlerweile ist doch fast alles KI (oder AI) gesteuert, da dürften solche Sprachbarrieren gar nicht geschehen. Ist meine Meinung.

Unter gespielt:
Ich bin gespannt wie du das Spiel beschreibst und bewertest.

Das kommt immer mal wieder in den Sale, für 7,50€ kann man es sich auf jeden Fall mitnehmen. Ich bin noch nicht ganz durch, weiß also noch nicht, wie das Erlebnis insgesamt ausfällt, aber ich werde berichten. 😉

palatino

Registriert
Am 10.6.2026 um 22:33 hat Alex geschrieben:

Sehr gut geraten, das ist es. 😉 Allerdings der erste Teil, nicht das aktuell im Early Access erschienene Subnautica 2. Ein wirklich spezielles Spiel mit einer einzigartigen Erfahrung.

geil, das spiel liebe ich! 😀 werde mir auch bald teil 2 holen, aktuell zocke ich noch was anderes. bin auch gespannt, wie du es findest.

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