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Planet of Lana

Es gibt diese Spiele, die hat man einfach nicht auf dem Schirm. Planet of Lana war bei mir so ein Fall, denn der Titel befindet sich schon länger in meiner Steam-Bibliothek, aber weder weiß ich, wann er dort hinzugekommen ist, noch habe ich ihm bislang Beachtung geschenkt. Als ich jedoch kürzlich anlässlich der Veröffentlichung des Nachfolgers Planet of Lana 2 von den äußerst positiven Rezensionen zu dem ersten Teil der Serie erfuhr, wurde ich dann doch neugierig – und gab Planet of Lana eine Chance.

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Das Ende eines Idylls

In Planet of Lana taucht ihr in die Welt von Novo ein und erlebt als 12-jährige Lana den Moment, in dem euer friedliches Heimatdorf von einer mechanischen Invasion aus dem All überfallen wird. Ihr müsst mit ansehen, wie eure ältere Schwester Elo und eure Freunde von kalten, außerirdischen Robotern entführt werden, was euch auf eine gefährliche Rettungsmission quer durch atemberaubende Landschaften führt.

Schon bald seid ihr jedoch nicht mehr allein, denn ihr trefft auf Mui, ein kleines, katzenartiges Wesen, mit dem ihr eine tiefe, fast telepathische Verbindung eingeht. Gemeinsam nutzt ihr eure unterschiedlichen Fähigkeiten, um komplexe Rätsel zu lösen und den tödlichen Maschinen auszuweichen, die auf dem Planeten patrouillieren, während ihr durch dichte Wälder, unterirdische Höhlen und staubige Wüsten wandert.

ingame_planet_of_lana_2.jpgWährend eurer beschwerlichen Reise entdeckt ihr in verborgenen Schreinen Fragmente einer vergessenen Geschichte, die weit über eure eigene Rettungsmission hinausgeht. Diese Enthüllungen lassen euch begreifen, dass eure Vorfahren einst als Flüchtlinge von der Erde kamen und die Roboter ursprünglich als Beschützer konzipiert waren, die sich um das Wohl der Menschen kümmern sollten. Ihr erfahrt, dass die Menschen über Jahrhunderte ihre technologische Herkunft vergaßen und zu einer einfachen Lebensweise im Einklang mit der Natur zurückkehrten, während die Maschinen einer verzerrten Interpretation ihrer alten Protokolle folgten, was schließlich zu der aktuellen Invasion führte. Diese Erkenntnis verleiht eurem Kampf eine tragische Note, da die vermeintlichen Invasoren eigentlich Diener sind, deren Programmierung außer Kontrolle geraten ist.

In einem herzzerreißenden Finale stellt ihr euch dem Kern der Bedrohung, wobei Mui eine entscheidende Rolle spielt, um Lana die Rettung von Elo zu ermöglichen.

Kein Spiel wie jedes andere

Planet of Lana ist ein Jump and Run, in dem ihr genretypisch mehr oder weniger knifflige Sprungeinlagen absolvieren und kleinere Rätsel lösen müsst. So weit, so erwartbar. Doch sofort nach dem Spielstart fällt euch eine Besonderheit von Planet of Lana auf: Sämtliche Grafiken sind handgezeichnet. Ich war bezüglich der Optik anfangs skeptisch und auf Screenshots kommt die Atmosphäre meines Erachtens nicht vollumfänglich rüber, aber wenn ihr den Titel spielt und in bewegten Bildern seht, werdet ihr sofort merken, wie unglaublich stimmungsvoll die ganze Welt ist. Das liegt an einem durchdachten Stil, passend gewählten Farben, detailreichen Schauplätzen und abwechslungsreichen Gebieten, die ihr durchstreift. Ich habe Planet of Lana zweimal durchgespielt (das zweite Mal, um das letzte Achievement „Makellos“ für einen Spieldurchgang ohne zu sterben zu bekommen) und erst beim zweiten Durchgang ist mir so richtig bewusst geworden, wie individuell jeder Abschnitt im Spiel designt worden ist. Den Entwicklern ist es fantastisch gelungen, eine Welt zu erschaffen, die in Erinnerung bleibt.

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Es klingt fantastisch

Ganz wesentlich zur Atmosphäre trägt auch der Soundtrack des Spiels bei, der vom japanischen Komponisten Takeshi Furukawa stammt. Furukawa hat bereits Erfahrungen in der Spiele- und auch in der Filmbranche gesammelt. Die sanften und oft von Streichern, Holzbläsern und Klavierakkorden begleiteten Stücke tragen die Handlung und unterstreichen die Dramatik, die ihr als Lana im Spiel erlebt. Der Moment, als mitten im Spiel in einer markanten Szene der Titelsong einsetzt, lässt euch für einen Moment gedanklich auf eure bisherige Reise zurückblicken und sorgt für Gänsehaut.

Überhaupt spielt Musik eine größere Rolle, auch spielerisch, denn die Roboter in Planet of Lana scheinen auf Klänge zu reagieren. Was es genau damit auf sich hat, erfahrt ihr im Laufe eurer Reise…

Eine rätselhafte Reise mit (kleinen) Hindernissen

Und wie fügen sich die Sprung- und Rätseleinlagen ins Spiel ein? Häufig scheinen diese Elemente in Jump and Runs „nerviges Beiwerk“ zu sein, aber in Planet of Lana passen sie sehr gut in die Welt. Die Rätsel beschränken sich im Wesentlichen auf das Verschieben von Kisten, z.B. um einen höher gelegenen Vorsprung zu erreichen, oder auf das korrekte Platzieren von Plattformen, um einen Abgrund zu überwinden. In zwei Fällen müsst ihr an Terminals eine musikalische Tonfolge korrekt einstellen, damit es weitergeht. Die Hinweise auf die Lösung befinden sich in unmittelbarer Nähe. Das ist alles nicht allzu schwierig, sämtliche Rätsel lassen sich mit ein wenig Nachdenken lösen.

ingame_planet_of_lana_6.jpgDie Steuerung ist präzise (ein Controller wird empfohlen, aber auch mit Maus und Tastatur lässt es sich sehr gut spielen) und kommt ohne besondere Eingaben aus, sodass ihr euch sofort nach Spielbeginn problemlos durch die Welt von Novo bewegt. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, das Spiel sei unfair. Trotzdem wird vorsichtiges Vorgehen natürlich belohnt: Wer blindwütig nach vorne stürmt und ungeduldig ist, springt womöglich das eine oder andere Mal in den Abgrund oder wird von den Roboterinvasoren erledigt.

Spielspaß für zwei Abende

Das Spiel ist nicht besonders umfangreich, nach ca. 3-5 Stunden seid ihr durch. Aber diese Zeit ist dank des abwechslungsreichen Leveldesigns, der Story zum Mitfühlen und der passenden musikalischen Untermalung perfekt ausgefüllt. Mir persönlich hat der kompakte Umfang sehr gut gefallen – endlich mal wieder ein Spiel, dass sich traut, seine Story stringent zu erzählen und diese nicht unnötig in die Länge zu ziehen.

Wer mehr Abenteuer in der Welt von Novo erleben möchte, kann dies jüngst mit dem Nachfolger Planet of Lana 2 tun. Darin kehrt ihr an die Seite eures treuen Begleiters Mui zurück und seht euch mit einer neuen Bedrohung konfrontiert: Ein Stamm namens Dingala nutzt die alte Technologie, um die Ressourcen des Planeten rücksichtslos auszubeuten. Als Lanas Nichte Ana in diesen Konflikt hineingezogen wird, liegt es erneut an euch, die Seele eurer Heimat zu schützen und tiefer in die dunklen Geheimnisse von Novo einzutauchen, während ihr neue Gebiete wie eisige Gebirge und tropische Inseln erkundet.

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Fazit

Wenn ihr meinen Text bis hierhin gelesen habt, wisst ihr, dass Planet of Lana in meinen Augen ein großartiges Spiel ist. Wer auch nur ansatzweise etwas für Jump and Runs übrig hat, sollte dem Titel unbedingt eine Chance geben. Der Titel ist immer mal wieder im Angebot und kostet nur ca. 5 EUR – eine äußerst lohnende Investition.

Gibt es auch Dinge, die mich gestört haben? Tatsächlich fällt es mir schwer, negative Kritik zu üben. Das, was es will, macht Planet of Lana beinahe perfekt. Die Grafik, der Sound, das eigentliche Gameplay – all das funktioniert sehr gut. Selbst der zweite Durchgang, den ich zwecks Erreichens des Achievements „Makellos“ absolviert habe, machte direkt wieder Spaß. Wobei: Vielleicht lässt sich an dieser Stelle dann doch (leichte) Kritik üben, denn in einem Jump and Run vom Spieler zu verlangen, über den gesamten Durchgang hinweg kein einziges Mal zu sterben, fordert viel Geduld. Ein falscher Sprung und ihr müsst von vorne anfangen. Dieses Achievement richtet sich also vornehmlich an ehrgeizige frustresistente Spieler und hat meines Erachtens in einem Jump and Run nichts zu suchen.

Den Nachfolger habe ich noch nicht gespielt, aber das werde definitiv noch nachholen. Planet of Lana hat mich rundum überzeugt und ich empfehle jedem den Ausflug in die Welt von Novo.

Spielspaßbewertung: 9 von 10 Punkte

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