Mit Subnautica - Below Zero schicken euch die Entwickler von Unknown Worlds Entertainment erneut auf den geheimnisvollen Planeten 4546B. Statt jedoch einfach nur mehr vom Gleichen zu bieten, verlagert die eigenständige Fortsetzung das Abenteuer in eine eisige Polarregion. Gefrorene Küsten, kilometerdicke Gletscher und eiskalte Gewässer bilden die Kulisse für ein weiteres Survival-Abenteuer, das sich auf Erkundung, Crafting und das Überleben in einer feindlichen Welt konzentriert. Doch obwohl Below Zero vieles richtig macht und einige neue Ideen einführt, gelingt es dem Spiel nicht ganz, die einzigartige Faszination des ersten Subnautica einzufangen.
Worum geht es in Subnautica - Below Zero?
Ihr übernehmt die Rolle der Wissenschaftlerin Robin Ayou. Anders als im ersten Teil strandet ihr nicht zufällig auf dem Planeten, sondern reist bewusst in die Polarregion von 4546B, um den rätselhaften Tod eurer Schwester Sam aufzuklären. Offiziell wurde ihr Tod als Unfall eingestuft, doch Robin glaubt nicht an diese Version der Geschichte. Auf eigene Faust beginnt ihr daher mit euren Nachforschungen und entdeckt schon bald, dass hinter den Ereignissen weit mehr steckt, als zunächst vermutet.
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Wie im Vorgänger startet ihr mit kaum mehr als einem Überlebensanzug und einer Rettungskapsel. Schnell wird klar, dass ihr nur überleben könnt, wenn ihr die Umgebung gründlich erkundet. Ihr sammelt Metalle, Pflanzen und andere Rohstoffe, stellt Werkzeuge her, baut Sauerstoffflaschen und verbessert eure Ausrüstung Schritt für Schritt. Mit jeder neuen Technologie könnt ihr tiefer in die Unterwasserwelt vordringen und Gebiete erreichen, die zuvor unerreichbar waren.
Ein zentraler Bestandteil des Spiels bleibt der Basenbau. Ihr errichtet Forschungsstationen an strategisch günstigen Orten, installiert Energieversorgung, Lagerräume, Aquarien und Produktionsanlagen und erschafft euch so nach und nach ein komfortables Zuhause mitten in der lebensfeindlichen Eiswelt. Gleichzeitig müsst ihr euren Sauerstoffvorrat, Hunger, Durst und eure Körpertemperatur im Auge behalten. Besonders auf den Landabschnitten spielt die Kälte eine wichtige Rolle, sodass ihr regelmäßig Wärmequellen aufsuchen oder entsprechende Ausrüstung herstellen müsst.
Während eurer Reise begegnet ihr zahlreichen neuen Lebewesen. Manche sind harmlos und neugierig, andere verteidigen ihr Revier aggressiv oder greifen euch sofort an. Hinzu kommen geheimnisvolle Überreste der längst verschwundenen Alien-Zivilisation, die bereits im ersten Teil eine wichtige Rolle spielte. Nach und nach setzt ihr die Puzzleteile der Geschichte zusammen und erfahrt immer mehr über die Vergangenheit des Planeten.
Faszinierende Unterwasserwelt
Optisch gehört Below Zero ohne Zweifel zu den schönsten Survival-Spielen. Die verschiedenen Biome unterscheiden sich deutlich voneinander und sorgen dafür, dass nahezu jede Expedition neue Eindrücke bietet. Mal taucht ihr durch dichte Unterwasserwälder mit riesigen Pflanzen, kurz darauf erkundet ihr leuchtende Kristallhöhlen oder schwimmt unter gewaltigen Eisbergen hindurch, deren Schatten das Sonnenlicht verschlucken.
Besonders beeindruckend ist die Liebe zum Detail. Überall bewegen sich kleine Fische, Pflanzen wiegen sich in der Strömung und selbst abgelegene Höhlensysteme wirken lebendig. Dank moderner Lichteffekte und einer hervorragenden Soundkulisse entsteht eine glaubwürdige Unterwasserwelt, in der ihr euch schnell verlieren könnt. Oft erwischt ihr euch dabei, einfach stehen zu bleiben und die Umgebung zu beobachten.
Auch das Crafting motiviert erneut. Fast jede neue Entdeckung bringt zusätzliche Baupläne oder seltene Materialien mit sich. Dadurch entsteht ständig das Gefühl, dass sich eine weitere Expedition lohnt. Neue Werkzeuge erleichtern den Alltag und eröffnen gleichzeitig weitere Möglichkeiten zur Erkundung.
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Neue Fahrzeuge und Ausrüstung
Natürlich fehlen auch neue Fahrzeuge nicht. Anstelle des riesigen Cyclops-U-Boots aus dem ersten Teil steht euch diesmal vor allem der modulare Seatruck zur Verfügung. Dieser lässt sich mit verschiedenen Modulen erweitern und kann beispielsweise als mobile Basis, Lagerraum oder Produktionsstation dienen. Die Idee dahinter ist clever, denn ihr könnt den Seatruck an eure Spielweise anpassen.
In der Praxis überzeugt das Fahrzeug allerdings nicht vollständig. Mit jedem zusätzlichen Modul wird der Seatruck träger und verliert an Wendigkeit. Gerade in engen Höhlensystemen kann die Steuerung dadurch etwas umständlich werden. Viele Spieler vermissen deshalb die Eleganz der Seamoth oder die beeindruckende Größe des Cyclops aus dem ersten Teil.
Für die Erkundung der Landgebiete steht euch außerdem der Snowfox-Gleiter zur Verfügung. Auf dem Papier klingt das nach einer sinnvollen Ergänzung, doch im Spiel kommt das Fahrzeug nur selten richtig zur Geltung. Häufig ist es einfacher, die entsprechenden Abschnitte zu Fuß zurückzulegen, da der Snowfox in unebenem Gelände an Geschwindigkeit verliert oder schwer zu kontrollieren ist.
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Vergleich mit dem ersten Subnautica
Gerade wer den Vorgänger intensiv gespielt hat, wird ständig Vergleiche ziehen. Und genau hier zeigt sich die größte Schwäche von Below Zero.
Der erste Teil lebte von seinem einzigartigen Gefühl völliger Isolation. Ihr wart allein auf einem fremden Planeten gestrandet, kanntet weder eure Umgebung noch die Gefahren, die in der Tiefe lauerten. Jede Expedition war mit Unsicherheit verbunden. Das Meer wirkte unendlich groß und gleichzeitig unberechenbar. Hinter jedem Felsen konnte sich eine neue Lebensform verbergen, und jede größere Tiefe sorgte für Nervenkitzel.
Below Zero verfolgt einen anderen Ansatz. Die Geschichte rückt deutlich stärker in den Mittelpunkt. Robin spricht regelmäßig, kommentiert Ereignisse und tritt mit anderen Figuren in Kontakt. Dadurch entwickelt sich zwar eine persönlichere Handlung, gleichzeitig verliert das Spiel aber einen wichtigen Teil seiner Atmosphäre. Ihr fühlt euch deutlich seltener wirklich allein.
Auch die Spielwelt fällt kleiner aus. Zwar sind die einzelnen Gebiete abwechslungsreich gestaltet, doch sie liegen dichter beieinander. Dadurch entsteht weniger das Gefühl einer riesigen, zusammenhängenden Unterwasserwelt. Viele Expeditionen dauern nicht mehr ganz so lange, und manche Regionen wirken eher wie einzelne Levelabschnitte als Bestandteile eines gewaltigen Ozeans.
Ein weiterer Unterschied betrifft den Aufbau der Welt. Im ersten Teil führte euch nahezu jeder Fortschritt automatisch immer tiefer in den Ozean. Je tiefer ihr tauchtet, desto gefährlicher und geheimnisvoller wurde die Umgebung. Diese stetige Abwärtsspirale erzeugte eine einzigartige Spannung. Below Zero verteilt seine Inhalte stärker zwischen Wasser- und Landgebieten. Dadurch fehlt der klare Fokus auf die Tiefsee, die den Vorgänger so besonders machte.
Die Landgebiete als zweischneidiges Schwert
Die eisigen Inseln gehören zu den größten Neuerungen des Spiels. Dort müsst ihr Höhlen erforschen, Forschungsstationen durchsuchen und euch vor eisigen Temperaturen schützen. Grundsätzlich sorgt dieser Perspektivwechsel für Abwechslung und erweitert die Spielwelt sinnvoll.
Allerdings erreichen die Landpassagen nie die Qualität der Unterwasserabschnitte. Die Orientierung fällt häufig schwer, weil sich viele Bereiche ähneln. Enge Felsschluchten und verschneite Ebenen wirken teilweise unübersichtlich, sodass ihr euch öfter verlauft. Gleichzeitig fehlt hier das besondere Gefühl der Freiheit, das beim Tauchen entsteht.
Hinzu kommt, dass viele Spieler gerade wegen der einzigartigen Unterwasserwelt zur Reihe greifen. Jede Minute an Land ist daher auch eine Minute weniger im Meer. Die Landabschnitte sind keineswegs schlecht gestaltet, können aber mit der Faszination der Tiefsee einfach nicht mithalten.
Atmosphäre und Spannung
Trotz aller Kritik erzeugt Below Zero immer wieder großartige Momente. Wenn ihr in völliger Dunkelheit durch unbekannte Höhlen taucht, plötzlich das Brüllen eines riesigen Raubtiers hört oder tief unter einer dicken Eisdecke nach einem Ausgang sucht, zeigt das Spiel eindrucksvoll, warum die Reihe so beliebt ist.
Dennoch erreicht die Spannung nicht dauerhaft das Niveau des Vorgängers. Die stärkere Geschichte nimmt euch einen Teil der Unsicherheit, weil ihr häufiger klare Ziele verfolgt. Im ersten Teil wart ihr dagegen oft einfach auf euch allein gestellt und musstet selbst entscheiden, welchen Weg ihr als Nächstes einschlagt. Gerade dieses Gefühl des völligen Unbekannten machte den Reiz aus.
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Persönliches Fazit
Subnautica - Below Zero ist ein hervorragendes Survival-Spiel und eine gelungene Rückkehr auf den Planeten 4546B. Die wunderschöne Spielwelt, das motivierende Crafting, der umfangreiche Basenbau und die spannenden Erkundungstouren sorgen über viele Stunden für Spielspaß. Besonders optisch gehört das Abenteuer auch Jahre nach seiner Veröffentlichung noch zu den beeindruckendsten Vertretern des Genres.
Trotzdem bleibt das Spiel ein Schritt hinter seinem Vorgänger zurück. Die kleinere Welt, die stärkere Konzentration auf die Handlung, die häufigeren Dialoge und die weniger überzeugenden Landabschnitte nehmen dem Spiel einen Teil jener Magie, die das erste Subnautica zu einem außergewöhnlichen Erlebnis gemacht hat. Das Gefühl, vollkommen allein in einem riesigen, unbekannten Ozean ums Überleben zu kämpfen, wird nur noch selten erreicht.
Wenn ihr den ersten Teil gespielt habt, solltet ihr Below Zero dennoch unbedingt eine Chance geben. Die Fortsetzung erweitert das Universum sinnvoll und bietet viele Stunden spannender Erkundung. Erwartet jedoch keine Steigerung in allen Bereichen, sondern eher eine etwas kompaktere, stärker erzählte Variante des Originals.
Wertung: 6 von 10 Punkten
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